Samstag, 21. Dezember 2013

2004 Riesling Mossburgerin, Buchegger

Wieder einmal den 04er Moosburgerin von Buchegger im Glas.
Ich fürchte das letzte Mal, denn das Fach war leer als ich diese Flasche entwendet habe.

Die interessante Vorgeschichte findet sich hier: 
http://i-lovewine.blogspot.de/2012/05/2004-riesling-moosburgerin-buchegger.html
Kurz zusammengefasst: Jung wirkte der Wein heftig und ein bisserl zu viel von allem. Dann immer klarer und animierender und heute:



Ganz herrliche Nase die mit etwas Luft noch stark zulegt.
Schöne Mineralik, etwas Mandarine, Ananas, rauchig. Leicht nach kandierten Zitrusfrüchten, dezent wachsig.

Am Gaumen einfach zum Genießen. Klar mit fülligem Körper, herrlich intensiver Frucht und Fruchsüßte, reifer Pfirsich, dazu eine sehr feine Säure die den Wein wunderbar belebt. Dann noch etwas Grapefruit und ein langer wunderbarer Abgang.
Herrlich wie sich dieser Wein in den letzten 9 Jahren entwickelt hat und nach 3 mal 4 Sternen heute definitiv
 ***** bekommt!!

Samstag, 30. November 2013

2008 Cabernet Sauvignon Estate, Alpamanta Estate,

Ein Österreicher und ein Schweizer machen biodynamischen Wein in in Argentinien - das muss gekostet werden!




Vorweg eine kleine Seltenheit: seit langem ein Wein, der sich im Riedel Vinum Bordeaux Glas besser präsentiert als im Gabrielglas.

Die Nase süß und modern, sehr beerig, rauchig - intensiv und sehr präsent. Schwarze Ribisel, dunkle Würze, etwas Holz, balsamisch - ein Bouquet das Spaß macht.

Am Gaumen sehr saftig, herbe dunkle Frucht, würzig, Kräuter - dann sehr kraftvoll und wärmend, bringt auch eine gewisse Frische mit, die den Wein sehr trinkfreudig macht. Er wirkt mächtig aber dennoch nie zu fordernd. Der frische von etwas Säure und Zitrone getragene Abgang macht Lust auf mehr - ganz hinten spürt man ein wenig bitteres Holz.   ****
Ein herrliches Beispiel für Argentinischen Cabernet!!

Dienstag, 26. November 2013

2005 Hermitage, Guigal

Ein interessanter Beitrag auf der tollen Weinseite Captain Cork (http://www.captaincork.com) hat mich dazu bewogen, schnell in den Keller zu gehen und diesen Wein zu kosten...





Sehr schöne prägnante Nase mit tief dunkler Würze, fein rauchig, etwas dunkle Kirschen, Pfeffer, herrlich zu riechen!
Am Gaumen trifft einen dieser Hermitage zunächst mit voller Wucht. Wunderbare Kirschfrucht, sehr saftig, dann enorm fleischig, viel Kraft und Fülle aber nie plump.  Ganz leicht nach Erdbeeren, perfekt eingebundenes Tannin. Trotz aller Kraft begeistert der Gaumen auch mit feiner Samtigkeit. Perfekt gereift aber mit Sicherheit noch mit Reserven für viele Jahre. 
Einer dieser Weine bei dem man sich in jeder Sekunde auf den nächsten Schluck freut und die Flasche nie ausreicht :-) *****
Danke an den Captain für diesen Tip!

Dienstag, 22. Oktober 2013

2010 Ockfener Bockstein Kabinett, Dr. Wagner

Die klaren, animierenden Rieslinge vom Weingut Dr. Wagner sind immer eine Bank was die Qualität und auch des PLV betrifft.  Egal ob Kabinett, Spätlese oder Auslese, die junge Winzerin bringt herrlich animierende Weine in die Flasche von denen man nicht genug kriegen kann....




Ganz klare kühle Riesling Nase, etwas an Eiszuckerl (im positivstem Sinne) erinnernd. Leicht nach Pfirsich und ganz dezentes "Schiefer Stinkerl". Ein wirklich feines zurückhaltendes Bouquet. >Am Gaumen herrliche Steinobstfrucht, auch hier etwas Pfirsich, Zitrus, eine dezente verspielte Süße die sogleich von der stahlig-klaren und animierenden Säure aufgefangen wird. Der Körper schlank aber, wie in keiner anderen Region der Welt möglich, mit dennoch viel geschmacklicher Intensität.
Ein wunderbarer Kabinett der in keiner Phase langweilig oder gar zu einfach wirkt - ganz im Gegenteil - der Wein animiert den Trinker vom ersten Riechen bis zum leichten prickeln am Gaumen. ***(*)

2001 Cote Roti, Rene Rostaing

Bei den Verkostungen der Weinrunde Mattighofen war er nicht selten der Abschluss und nie hat er enttäuscht:  Der hellfarbene Cote Rotie 01, der ab und dann auch für Pinot gehalten wird:



Leicht gereifter Duft, sehr würzig. Ist im ersten Moment sehr präsent, verliert dann etwas mit Luft. Ein wenig nach Cocktailkirsche, leichte Süße in der Nase.

Am Gaumen sehr klar, leichtfüßig mit deutlich spürbarer Säure, viel Frucht, herbe Noten - etwas Lakrize. Der Wein wirkt im ersten Moment etwas schlank kommt dann aber mit erstaunlicher Intensität, Würze und Fülle. 
Die Säure könnte für den einen oder anderen zur Challenge werden. Der Wein fordert den Trinker man wird aber mit viel Animo belohnt.  ****

Freitag, 18. Oktober 2013

2012 Grauer Burgunder "S", Weingut Seehof

In der wunderschönen Vinothek Van de Wiel in Surberg bei Traunstein, nahm ich letzte Woche ein wahrliches Prachtexemplar von einem Wein mit:



In der Nase ein herrlicher Duft nach gelbem Apfel, Orange, sehr klar und mineralisch. Eine feine etwas an Pfeffer erinnernde Würze, rauchig - erinnert mich irgendwie an Pinot Blanc von Pichler Krutzler.

Am Gaumen wieder sehr gelbfruchtg, herrlich klar mit sehr animierender fast prickelnder Säure, enorme Würzigkeit, zarter Schmelz. Absolut hohe Geschmacksintensität mit etwas Apfelschale, sehr füllig und dann mit leichtem Bitterl und Orange ab.
Ungestüm, enorm präsent und doch feinfühlig und leise. Top   ****(*)

Samstag, 12. Oktober 2013

Amarone und Weine im Amarone Stil


Die WWW Runde traf sich in Puch im Weinhaus Ehgartner um Amarone und Weine im Amarone Stil zu verkosten.

Vorweg sei gesagt: Es war ein wunderbarer Abend - was nicht nur an den feinen Weinen, sondern vor allem an den herzlichen Gastgebern lag, die uns wunderbar betreuten und uns kulinarisch verwöhnten.

Jeder Teilnehmer brachte eine Flasche zum Thema mit - Die Weine wurden blind verkostet!




2007 Puntara, Montecariano (CS)

sehr geradlinig klar mit Kirsche, der Alkohol ist etwas aggressiv in der Nase. Am Gaumen straff, mit dezenter Frucht etwas bitter im Abgang und wieder etwas alkoholisch.    89


2008 Amarone , Fabiano

sehr schöne fast parfümierte Nase, duftig mit viel Kirsche, sehr klar und sauber. Am eine Gaumen tolle Fülle mit viel animierender Frucht, sehr feine gut eingebunden Säure, herrliche Frische aber auch viel Kraft. Langer Abgang - macht viel Spaß 93


2001 Amarone, Roccolo Grassi

Sehr präsente intensive Nase, ganz leicht alkstichig, etwas Dörrpflaume. Am Gaumen wunderbare Frucht, eine feine Süße dahinter herbes mittelkräftiges Tannin, animierend ab! 92

2006 Amarone Riserva Sergio Zenato, Zenato

tiefe dunkle Frucht, konzentriert, rauchig und ledrig, herrliche Tiefe und doch so geradlinig. Am Gaumen eine irre Konzentration. Viel dunkle kräftige Frucht, enorme Kraft, tolle Dichte, sehr stoffig mit kräftigem Tannin, wieder etwas ledrig, sehr lange ab.
Ein unglaublicher hedonistischer Kraftprotz mit viel Potential!  95+


2004 Sfursat, Nino Negri

etwas verhalten in der Nase, dezente rotbeerige Frucht, deutliche Reife, hellfruchtig frischer klarer Stil  90,5

2006 Amarone Ravazzol, Ca La Bionda

etwas verhaltene Nase, rote Früchte. Am Gaumen plumpe Süße, wirkt sehr gemacht und eher langweilig.  89
 
2007 Amarone Riserva, Fabiano

Schöne sehr reife Frucht, Kirsche, dann rauchig und würzig. Auch am Gaumen fruchtbetont, viel Kirsche, sehr feine Klinge, gute erfrischende Säure, kräftig und lange ab, sehr guter Wein - dennoch werde ich nicht so richtig warm mit ihm 92







Donnerstag, 10. Oktober 2013

Weinreise durch Europa mit Rene Gabriel


Eine Grandiose Probe veranstaltete Thorsten Grubmüller im Oktober 2013 und ließ diese von Rene Gabriel kommentieren...



1997 Grüner Veltliner Honivogel, Hirtzberger

Herrlich gereifte Nase nach etwas Steinobst und Papaya, intensiv und packend mit guter Frische. Am Gaumen mit kräftigem Körper und fester lebhafter Säure, hohe Geschmacksintensität schmelzig, frisch und cremig zugleich gefolgt von einem langen Abgang mit etwas bitterer Orangeschale.
Einer der besten Veltliner die ich bislang getrunken habe.  97



Bislang war ich sicher der 1997 Singerriedel ist „Der“  97er schlechthin.  Jetzt weiß ich es besser!
Die Fortsetzung des Flight’s war zwar eine riesen Steigerung was den Preis betrifft leider aber nicht in der Qualität:


1998 Haut Brion blanc

Extrem eigenwillige Nase, etwas staubig mit viel Holz, wirkt alkoholisch, am Gaumen etwas klarer, ausfüllend mit viel Druck schmelzig und lang. 90



Auch nicht gerade eine Offenbarung war die Nummer 3 im Flight

2007 Puligny Montrachet Pucelles 1er Cru, Domaine Leflaive

Auch hier die Nase sehr befremdend und eher mühsam als beglückend, am Gaumen Holz mit fester Säure, lange aber sehr unharmonisch ab. 90



Etwas ernüchternd waren diese zwei Franzosen, glücklicherweise haben den vierten Wein aber die Schweizer erfunden (oder zumindest produziert) und das nicht schlecht:



2010 Chardonnay, Gantenbein

Wow Effekt beim Hinein-riechen ins Glas. Eine präsente betörende Nase mit spürbarem Holz aber toll eingesetzt. Herrlich duftig, intensiv aber dennoch zu keinem Zeitpunkt aufdringlich. Am Gaumen unglaublich dicht und füllig gepaart mit strahlender mineralischer Säure, sehr langer Abgang.
Ein sexy Chardonnay! 95







Zwei Granden unter den ersten vier Weinen – da freut man sich auf den Pinot Flight:



1985 Musigny Grand Cru, Comte de Vogüe

Herrlich erdige, perfekt gereifte Nase mit viel Charme, tief dunkle Kirschen, etwas Weintraubenschale, mit jedem Zug durch die Nase wird das Bouquet betörender. Sensationell.
Am Gaumen straff aber dennoch unglaublich schmeichelnd balanciert, rote gereifte Früchte, sehr langer Abgang. Perfekter Trinkzeitpunkt  keine Ecken und Kanten einfach nur perfekt. 97


wie kann sich hier die Domaine Romanee Conti bewähren?



1989 Richebourg, Romanee Conti

Kurz duftig aber mit eigenwilligem Bouquet nach Suppenpulver und Hühnerbrühe-  etwas staubig, am Gaumen sehr sehr straff und etwas zu säurebetont, lebhaft knackig mit roter Frucht, nicht unattraktiv am Gaumen aber das Bouquet schmerzt etwas. 91



Deutlich mehr Spaß machte der dritte Burgunder, wenngleich auch dieser in einer Preisliga spielt, die bei genauer Überlegung das Wort Spaß nicht mehr zulässt.


1997 Richebourg, Domaine Leroy

Sehr feiner Duft, leicht erdig, schön greift. Am Gaumen enorm bissig und kraftvoll mit toller Frucht, durchaus säurebetont aber in grandioser Balance mit der Frucht.
Bei aller Kraft zeigt der Wein eine sehr feine Klinge gefolgt von einem ewig langem Abgang.  96



Kein Pinot aber doch nicht ganz verloren in diesem Flight war der 



1997 Hermitage La Chapelle, Jaboulet

Extrem tiefer Duft der fast ein wenig an neue Welt Aromatik erinnert, wirkt noch jung. Am Gaumen herrlich stoffig, danach zeigt der Wein viel Kraft und eine feste Säure. Die Balance zwischen reifer Süße und straffer Säure animiert zum nächsten Schluck – großartig 94



Die bis dahin probierten Weine waren vielleicht am Papier keine großen Legenden, viele am Tisch waren sich aber einig, dass der Honivogel, der Musigny aber auch der Richebourg von Leroy den Titel Legende verdienen.
Was nun folgte war mehrheitlich auch am Papier eine Legende nach der Anderen – Die Topbewertungen des sensationellen Pinot Flights mussten aber erst getoppt werden:

1995 wurde in Spanien eine neue Legende geboren. Der erste Jahrgang des Pingus begeisterte die Weinwelt und sorgte nicht zuletzt deshalb für unglaubliche Bekanntheit, weil von den nur 3000 produzierten Flaschen ein Großteil auf der Reise in die USA mit einem Schiff untergingen sind.
Diesen ersten Pingus Jahrgang zu verkosten hat also durchaus etwas „Sentimentales“.



1995 Pingus

Etwas verhaltene sehr schöne Nase, dunkelfruchtig, würzig. Am Gaumen viel Süße gepaart mit Säure und Mineralik. Sehr viel Kraft, enorm intensive Fruchtigkeit, viel festes Tannin, unglaubliche Länge.
Trotz toller Attribute konnte ich mich nicht zu mehr als 94 Punkten hinreißen wenngleich nahezu alle Anwesenden inklusive Rene Gabriel die Höchstpunktezahl vergaben. Mir fehlt irgendwie die Eigenständigkeit  und der letzte Kick.



Komplett fehlte dieser Kick beim

1997 Sassicaia, der meiner Meinung nach einen Flaschenfehler hatte.



Definitiv keinen Fehler hatte der unglaubliche



1997 Sori Tildin von Angelo Gaja

Kommt nach dem Einschenken sehr rauchig und modern rüber, dann kommt eine sehr feine Frucht durch, Waldbeeren – nicht aufdringlich, sehr fein zu riechen. Am Gaumen dann eine wahre Explosion:  enorm Druckvoll und nicht zu bremsen, geile Frucht heftige Art  und doch elegant aber mit deutlich männlicher Note, viel kräftiges Tannin. Der Wein ist sehr präsent und nimmt unglaublich viel Raum ein. Hat sicher noch 20 Jahre Potential. 96+



Abgeschlossen wurde dieser Flight mit einem sehr guten 1999er Tenuta di Trinoro 91



Die Reise durch Europa näherte sich langsam dem Ende und es wurde Bordeaux serviert:


1990 Chateau Latour

Im Bouquet ein dezentes Stinkerl, Leder, rauchig, sehr sehr klassisch. Am Gaumen dicht mit Beeren, herb und süß zugleich – ein kraftvoller klassischer Bordeaux auf hohem Niveau  93



Besonders gefreut habe ich mich auf den 1990 Montrose, den ich auf meiner Montrose Vertikale in Bestform erlebt und seitdem nicht mehr getrunken habe:


1990 Chateau Montrose

In der Nase ein deutliches Stinkerl, Ledersattel nicht unschön aber ein wenig die Frucht überdeckend, herrlich würzig. Am Gaumen sehr dicht mit guter Säure, mit etwas Zeit im Glas kommt endlich die Frucht durch, die immer süßer und molliger wird. Toller Wein aber lange nicht die perfekte Flasche die ich vor drei Jahren genießen durfte. 95
Rene Gabriel war hier anderer Meinung und gab 20/20



1999 Petrus Magnum

Hedonistische süße Nase, etwas rauchig, viel sehr klare Frucht. Am Gaumen toller Druck, sehr feine Klinge,  etwas Himbeeren und Waldbeersaft, langer Abgang, super Art . 94


Keine Notizen habe ich leider vom leider vom sehr hedonistischen 2009er Chateau d’Aiguilhe aus der 5L Flasche. Der kam mit enorm viel Frucht und charmantem Gaumen daher – eine unbedingte Kaufempfehlung.


Man könnte jetzt glauben mehr geht nicht, Thorsten Grubmüller hatte aber für den Abschluss noch 2 Weine vorbereitet die beide für sich das Prädikat Outstanding verdienen nicht zuletzt, weil einer davon mit ziemlicher Sicherheit so gut wie nie mehr auf einer Probe ausgeschenkt werden wird.



1990 Chateau d’Yquem

Ein herrliches Bouquet, nicht aufdringlich, sehr vielschichtig, Haselnuss, feine Süße, viel Frucht. Am Gaumen wunderbar ausgeglichen. Top balanciert geben sich Süße und Säure, viel Druck, ein langer herrlich prägender Abgang. Ohne Ecken und Kanten – Ein Schönling der richtig viel Spaß macht. 96



1983 Riesling Eiswein, Egon Müller

Wow. Was für ein packendes Bouquet. Ganz tiefe „edle“ Süße in der Nase, Nüsse, Frucht und feines Petrol. Am Gaumen ein wahres Feuerwerk an Geschmack nach Physalis, Himbeeren und Erdbeeren. Eine noch sehr lebhafte Säure, ewig langer Abgang. Ein grandioser Süßwein  auf völlig konträre Weise als der Yquem. Beide für sich Süßwein Götter!! 96
 

Sonntag, 1. September 2013

2002 Vina Gravonia, Lopez de Heredia

Einen Weißwein erst nach 10 Jahren auf den Markt zu bringen ist vielleicht nicht mehr "en vogue" - Lopez de Heredia zeigt aber, ob weiß oder rot, wie viel Spaß Weine machen können denen in Fass und Flasche genügend Zeit gewährt wurde um sich auf Top Niveau zu präsentieren.
Der Gravonia ist, wie auch die weiße Reserva oder Gran Reserva, kein Wein für Jedermann, aber ein Wein der jenem der sich auf ihn einlässt viel zu bieten hat.
Satte 4 Jahre war der Wein im Fass und durfte dann noch 6 Jahre in der Flasche reifen - Lopez de Heredia rühmt sich nach wie vor die Weine wie vor 100 Jahren zu produzieren und keinerlei Modernisierungen in der Weinbereitung zuzulassen - Wer des öfteren Weine dieses Betriebes trinkt wird bestätigen wie richtig diese Haltung ist!!

Der Gravonia begeistert von der ersten Minute....
Ich denke es gibt nur wenige Weine Weltweit, die um 15 Euro soviel Ausdruck bieten und derart interessant sind! Selbst die 1998 Reserva hat es hier schwer im Vergleich zu brillieren.


Die Nase sehr intensiv. Natürlich leicht oxidativ aber mit vielschichtigen Aromen.
Etwas rauchig, Haselnuss, kandierte Früchte und Rosinen.

Am Gaumen bietet der Gravonia eine herrliche Frische, klarer straffer Stil, sehr ausdrucksvoll, leicht nach gerösteten Nüssen. Kurz spürt man die perfekt eingebundene, markante Säure, dann kommt aber ein Feuerwerk an Geschmacksintensität - ausfüllend, kräftig, mit herrlicher Würze und leicht brotigen Aromen - das Ganze geht über in einen herrlich langen und intensiven Abgang.

Wunderbar, wie sich ein "positivster" Eindruck von der vielschichtigen Nase über den druckvollen Gaumen bis hin zum langen Abgang zieht. Toller Wein!   ****(*)

Freitag, 23. August 2013

1997 Savigny les Beaune, Emmanuel Rouget

60 Jahre alte Rebstöcke auf 0,33 ha - das sind die Fakten die zu Savigny les Beaune von Rouget zu finden sind.
Zudem ein Winzer der "Kultstatus" genießt - was sich leider auch in den Preisen niederschlägt.


ca 1,5 Stunden dekantiert.
Die Nase erdig, etwas Waldboden, etwas Marzipan, Weichsel und dahinter ein leichtes Stinkerl.  Mit Luft wird die Nase immer klarer. Sehr fein.
Am Gaumen saftig klar, zupackend! Wirkt kurz etwas rustikal! - dann kommt am Gaumen eine wunderbare Kirchfrucht, deutlich spürbare lebhafte Säure, mittelgewichtig aber mit hoher Geschmacksintensität. 
Sehr gut eingebunden Tannine, viel Ausdruck. Mittlerer erdig ledriger Abgang mit Kirsche und animierender Säure.

Der Wein fordert den Genießer - wer sich auf ihn einlässt und ihm Aufmerksamkeit schenkt, wird aber mit einer erstaunlich geradlinigen, puristischen Portion Pinot belohnt! Solo zum Trinken sehr animierend aber auch herrlich als Begleitung zu Ziegenkäse und Epoisses vom Tölzer Kasladen.

  ****

Sonntag, 11. August 2013

2007 Wehlener Sonnenuhr Spätlese, JJ Prüm

Noch sehr jung.
Tolle Balance.
Herrlich animierend.
Ein top Riesling wie man es von Prüm erwartet!!
Kleines Manko ist der etwas kurze Abgang.
***(*)

Sonntag, 28. Juli 2013

1999 Bourgogne Rouge, Leroy

Das Burgunder nicht billig sind ist eine Sache! Das aber im Burgund auch die "einfachen" Weine, sehr viel Spaß machen und mehr zu bieten haben als oft vermutet, ist die andere.

Der Bourgogne Rouge von Leroy wirkte noch vor 3 Jahren, als ob er weit über den Berg wäre. Jetzt präsentiert er sich herrlich am Punkt und wird sicher noch ein paar Jahre Spaß bereiten.
Der Korken war komplett durchtränkt - Lustigerweise bei allen Flaschen die ich bislang getrunken habe!  
Außerdem schreiben einige Blogger im Web das selbe über den 99er Bourgogne Rouge. 
Es dürfte demnach eine sehr homogene Kork Charge gewesen sein :-)


Die Nase sehr offen! Kirsche, Himbeere und etwas Waldboden, ganz dezentes Leder.
Am Gaumen herrlich saftig mit viel frischer Säure, wieder knackig rote Frucht, Cranberries, gut eingebundenes Tannin. Bleibt auch im Abgang herrlich fruchtig und animierend, die hohe Säure könnte aber den Einen oder Anderen abschrecken.
Tolles Burgund Beispiel und ein guter Tipp als Rotwein für heiße Sommertage !!   ***(*)

Dienstag, 23. Juli 2013

2008 Chateau de la Grave "Grains Fins"

Unbekannte Geheimtipps sind sicher nicht die Stärke meines Blogs. Umso mehr freue ich mich heute einen präsentieren zu können.
Die Kombination aus Semillon und Colombard findet man nicht jeden Tag - man trinkt aber auch nicht jeden Tag weißen Cotes de Bourg.



In der Nase eigenwillig wachsig - was ich sehr oft mit Semillon verbinde -  dann etwas Orangen Zeste. Man meint kurz etwas Holz zu spüren. Durchaus schon leichte reife Töne - sehr fein zu riechen!
Am Gaumen wieder wachsig, leicht rauchig, cremig und zugleich ganz klar und geradlinig, Citrusfrüchte, im Abgang herrlich salzig mit knackiger gelber Frucht.
Ein eigenwilliger Wein mit eigenwilligen Aromen
aber steht's animierend und anregend!  ****

Wenn man den Wein findet, kostet er gerade mal 10 Euro - das könnte man ein Schnäppchen nennen.


Dienstag, 9. Juli 2013

2002 Shiraz Finniss River, Salomon Estate

Wieder einmal einer meiner liebsten Australier! Der 2002er Finniss River hat mich nie enttäuscht - dies sollte es auch heute aus der 0,375 Flasche so bleiben.


Wie schon bei allen anderen Flaschen die ich bislang getrunken habe, ist auch heute die Nase an Präsenz und Spaß kaum zu übertreffen!
Betörende tief fruchtige, süße Frucht, etwas Lakritze, Eucalyptus, ganz typischer Aussi Shiraz Duft,  sehr sexy - sehr gut!
Auch am Gaumen viel Frucht, ausfüllender Körper, Kirsche, Johannisbeere, leicht herbe Note, viel Fruchtsüße. Das Tannin ist spürbar aber sehr gut eingebunden, mittlere Säure die für Frische sorgt. Im Abgang auch viel Frucht, hier kommt aber auch die Säure fein durch. 
Der Wein macht Spaß, wenngleich er den Höhepunkt (zumindest in der kleinen Flasche) schon leicht überschritten hat. ****
Ein tolles Beispiel wie gut Wein auch in Kleinflaschen reift!!

Montag, 24. Juni 2013

2003 Eneo, Montepeloso

In der Nase tolle Beerenfrucht, Weichsel leicht rauchig, süßes Holz.  Wunderbar zu riechen. Etwas Marzipan. Johannisbeeren,
Am Gaumen sehr saftig, mittlere Fülle mit hoher fruchtiger Geschmacksintensität.  Etwas citrus mit feiner Säure. Spürbares bestens eingebundenes Tannin. Macht viel Spaß.  Moderner Stil mit herrlichem Trinkspass.
****